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Ironman Frankfurt


Meine erste Langdistanz:

Am 3. Juli 2016 habe ich an meiner ersten Langdistanz, dem Ironman Frankfurt, teilgenommen. Schon ein Jahr zuvor (2015), war ich als Helfer in der zweiten Wechselzone tätig. Ich habe die Räder der Athleten entgegengenommen und ihnen beim absteigen geholfen. An diesem Tag konnte ich viele Profi Triathleten Hautnah erleben. Die ganze Stimmung am Wettkampftag war so unglaublich, dass ich mich noch am selben Tag für den Ironman angemeldet habe (, obwohl ich zu dem Zeitpunkt erst einen Olympischen Triathlon Wettkampf gefinisht habe).

 

Ich hatte 365 Tage Zeit mich vorzubereiten und das Ziel: unter 10 Stunden zu finishen.

 

Mein Vorteil war es, dass ich als  BWL-Student genug Zeit hatte, um jede Woche mehr als 30 Stunden trainieren zu können. Ausserdem bietet meine Universität sehr viele Sportmöglichkeiten an (Hallenbad, Tartanbahn, Fitnessstudio, etc). Im Mai lief ich einen Test Marathon in Regensburg auf 3:14h und im Juni hatte ich meinen Vorbereitungswettkampf in Ingolstadt (Mitteldistanz).

Beide Wettkämpfe liefen genau nach Plan, weshalb ich mit 100% Selbstvertrauen nach Frankfurt gefahren bin und mir sicher war, dass ich in der Lage bin unter 10 Stunden finishen zu können! Trotzdem hatte ich grossen Respekt vor der Distanz. Vor allem vor den 180km auf der Radstrecke, da ich im Training nie mehr als 150km gefahren bin.

Der Wettkampf:

 

Schwimmen 3,8km: 58min

 

Meine Zielschwimmzeit für die 3,8 km war 1 h 07 min. Aus diesem Grund habe ich mich in die Reihe Sub 1 hour swim (Schwimmen unter eine stunde) gestellt :D Mein Plan war es mich an jemanden zu hängen, seinen Wasserschatten auszunutzen und Energie zu sparen. Der Plan ging zu 100% auf. Ich war in einer schnellen Gruppe und es ging mir wirklich gut ^^. Nach 3 km schwimmen wurden meine Arme und Schulter etwas schwer, aber zu dem Zeitpunkt war der Schwimmausstieg schon sehr nah.

 

+ Neopren, Klares Wasser, Wasserschatten

- Hab einen Schlag ins Gesicht bekommen, hatte kurz Nasenbluten beim Landgang, was aber kein grosses Problem war und mich auch keine Zeit gekostet hat.

 

1. Wechselzone: 5min

 

Als ich aus dem Wasser gekommen bin ging es mir wirklich gut. Ich bin also zu meinem Rad gelaufen musste aber feststellen, dass die Helfer mir meine Socken aus dem Helm genommen haben!!!!! (Ironman Regel: Keine Kleidung am Rad platzieren... Bei anderen Wettkämpfen ist dies erlaubt.... Wenn man doch nur die Regeln lesen würde :) Ich stand also 1-2 Minuten da und hab mir überlegt was ich machen soll. Dann hab ich mir gedacht: "Sche*** drauf! Dann machst du den Ironman halt ohne Socken, egal!"

Radfahren 180km: 5:13h

 

Dann ging es (ohne Socken) auf mein Triathlonrad. Die ersten 80 Kilometer vergingen wie im Flug. Ich hatte einen 37 km/h Schnitt auf den ersten 90km (was eigentlich viel zu schnell war...). Mein Problem war: Ich bin recht schnell geschwommen und kam mit den ganzen Top Athleten aus dem Wasser. Die Top Athleten war aber alle viel stärker auf dem  Triathlonrad als ich, sodass mich alle überholt haben. Ich kam mir unglaublich langsam vor, obwohl ich 37 km/h schnell gefahren bin, weil ich auf den ersten 30 Kilometern von über  100 Athleten überholt wurde. Es kam, wie es kommen musste. Nach 90 Kilometer ging mir langsam die Kraft aus. Ich wurde von Kilometer zu Kilometer langsamer. Ab Kilometer 120 lag ich nur noch auf dem Triathlonrad und konnte vielleicht noch 150 Watt in die Pedale treten. Mein Km/h Schnitt ist von 37 auf 34 Km/h gesunken. Nach 5 Stunden 13 Minuten konnte ich mich als "Leiche" in die zweite Wechselzone retten.

 

+ Radfahren ohne Socken ging richtig gut

- Mehr Gels, mehr Riegel, mehr Flüssigkeit, langsamer starten, bessere Vorbereitung am Rad auf die 180km

2. Wechselzone: 1:20 min

 

Ich kann mich kaum noch an die 2. Wechselzone erinnern. Wie gesagt ich war mehr Zombie als Mensch. Trotzdem war ich anscheinend recht schnell!

 

Marathon 42,2 km: 3:30h

 

Der Marathon fing recht gut an. Ich hab mir einfach vorgenommen jeden Kilometer in genau 5 Minuten zu laufen. Ab Kilometer 7 ging es mir wirklich gut. Was mir sehr gut gefallen hat war, dass beim Ironman Frankfurt alle 2 Kilometer, auf der Laufstrecke, eine Verpflegungsstation ist, so konnte ich mich optimal Versorgen. Mein Plan war es etwas schneller zu laufen 4:45 min/km, um dann an der Verpflegungsstation 10-15 Sekunden Zeit zu haben, um Wasser-Iso-Gel-Cola zu mir zu nehmen. Dieser Plan ging bis Kilometer 20 sehr gut auf!

 

Ab 21 Kilometer ging es mir richtig schlecht. Meine Zehen haben angefangen zu Bluten ("Bitte lauft niemals einen Marathon ohne Socken!"). Meine Energie ging zu ende. Die Schritte wurden immer kürzer und die Arme waren schwer.

Ich dachte aber keine Sekunde ans Aufgeben. Immerhin lag ich so gut in der Zeit, also habe ich einfach versucht jeden Kilometer auf fünf Minuten zu laufen! Von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation! Einfach immer weiter! Bei Kilometer 40 wusste ich: "Das kann mir keiner mehr nehmen :)"

 

Vom Zieleinlauf weis ich leider auch nicht mehr viel ^^. Ich hatte einen totalen Tunnelblick auf das Ziel und bin einer Helferin in die Arme gefallen. Dann ging es ab ins Versorgungszelt.

 

Zum Glück hat die Zeit von 9:47h nur für den 7. Altersklassenplatz gereicht, weil sonst wäre ich wahrscheinlich noch nach Hawaii geflogen :D

 

 

Ein wirklich toller erster Ironman (von 100 in diesem Leben). Freu mich schon auf meine zweite Langdistanz. Da ist noch viel Luft nach oben ^^ 

 

 

 

Von Marc Braun :)